Keine rein männlichen Gremien mehr
Wie die Abschaffung rein männlicher Gremien nur ein Schritt in Richtung einer integrativeren Veranstaltungsbranche ist


Veranstaltungen können weichenstellend sein: Konferenzen sind nicht nur ein Schnappschuss dessen, was in der Branche aktuell passiert, sie vermitteln uns auch einen Eindruck dessen, was wahrscheinlich passieren wird. Zu oft allerdings ist das Bild, das sie vermitteln, verzerrt. Gremien mit ausschließlich männlichen Teilnehmern und Hauptrednern sind nach wie vor die Norm, und in besonders absurden Fällen wurden die Themen Frauen in Unternehmen und Frauen an der Akademie im Rahmen dieser Gremien sogar besprochen.

Eine Korrektur dieser Norm wird einen Verbesserungskreislauf in Gang setzen: durch die Teilnahme von mehr Frauen, Schwarzen, Asiaten und Mitgliedern ethischer Minderheiten an Gremien wird es einfacher für andere, sich selbst in diesen Positionen zu sehen. Und die besten, lebhaftesten Diskussionsrunden präsentieren vielseitige Perspektiven, daher kann die Veranstaltungsbranche nur davon profitieren, eine große Bandbreite von Meinungen kennenzulernen.

Eine kürzlich von Radisson Meetings erstellte Umfrage fand heraus, dass sich die meisten Veranstaltungsplaner in Bezug auf die Bedeutung von Vielfalt und Integration einig sind und 80 % angeben, eine integrative Politik stelle bei der Wahl eines Veranstaltungsortes einen wichtigen Aspekt dar.

„Ich denke, jeder intelligente Veranstaltungsplaner und jedes intelligente Veranstaltungsunternehmen möchte sich dieser aufkommenden Tendenz bewusst sein und wissen, wie wir uns verbessern können, indem wir diesen Stimmen zuhören, sie einbinden und fördern“, sagt David Fiss von Sustainable Brands, einer globalen Unternehmensgemeinschaft, die bestrebt ist, die Innovation und den Einfluss ihrer Marken durch Nachhaltigkeit voranzutreiben.

Hindernisse hinter den Kulissen

Gremien, die nur aus weißen männlichen Teilnehmern bestehen, haben eine große und schädliche Öffentlichkeitswirkung. Daher sollten Stakeholder von Veranstaltungen eine größere Vielfalt fördern. Einige entscheiden sich vielleicht sogar dazu, diese vorzuschreiben. Aber nur weil es männliche Gremien in die Schlagzeilen und die Tumblr Accounts geschafft haben, bedeutet das nicht, dass ihre Abschaffung das Problem der mangelnden Vielfalt beheben würde. Die Verbesserung von Vielfalt und Integration geht weit über die Rednerbesetzung hinaus.

Nehmen wir beispielsweises Lebensmittel. Ein Veranstaltungsort, der keine Halal- und Koscher-Optionen führt oder diese nicht unaufgefordert anbietet, fällt hinter die Erwartungen zurück. Planer sollten hier ansetzen, um Bewusstsein zu schaffen. Oder nehmen wir das Beispiel der Barrierefreiheit. Bestimmungen haben dazu geführt, dass sich Veranstaltungsorte Gedanken darüber machen müssen, ob sie für Menschen mit Behinderungen geeignet sind. Aber Rampen und Aufzüge sind hierbei nur ein Aspekt: Berücksichtigen Planer auch den Einsatz von Gebärdendolmetschern und Untertiteln? Und wie sieht es mit dem Platzangebot um die Tische herum aus? Ist genügend Platz vorhanden, dass sich eine Person im Rollstuhl ungehindert bewegen kann?

Unsere eigenen allgegenwärtigen Vorurteile, die auf unserem Hintergrund, unseren Fähigkeiten und unserem sozialen Umfeld beruhen, bedeuten, dass jeder von uns über Schwachpunkte verfügt und vielleicht nicht immer daran denkt, diese Fragen zu stellen. Daher benötigt die Branche eine wohlüberlegte, zielgerichtete Strategie zur Überwindung dieser Vorurteile. „Es wird von uns erwartet, dass wir rücksichtsvoll sind“, sagt David Fiss.

Daher muss der Ansatz wohlüberlegt und ganzheitlich sein. Innerhalb der gesamten Lieferkette und an einigen überraschenden anderen Orten begegnen wir Hindernissen, die der Integration im Wege stehen. Daher benötigen wir eine zielgerichtete Strategie, die diese Hindernisse, eines nach dem anderen, ausräumt.

Offenheit: Wie sich die Vielfalt bei Veranstaltungen fördern lässt

Bekämpfen Sie Ihre unbewussten Vorurteile

Jedes Mal, wenn Sie in Bezug auf Ihre Veranstaltung eine Entscheidung treffen, sollten Sie auf die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmer eingehen und Aspekte wie Alter, Religion, ethnische Herkunft und Behinderungen berücksichtigen. Das bildet die Grundlage einer effektiven Richtlinie zu Vielfalt und Integration.

Planer müssen mit Veranstaltungsorten zusammenarbeiten, um etablierte Normen zu überwinden und beispielsweise sicherzustellen, dass kalorienarme Speisepläne oder alkoholfreie Getränke automatisch angeboten werden. Denken Sie bei der Gestaltung der Räumlichkeiten an Rollstuhlfahrer und bei der Konzeption von Präsentationen und Diskussionsrunden an hörgeschädigte Teilnehmer.

Überdenken Sie Anstellungspraktiken

Für eine vielfältige Belegschaft ist es wesentlich einfacher, diese Normen und unbewussten Vorurteile zu erkennen und zu bekämpfen. Die Perspektiven Ihrer Mitarbeiter werden Ihnen dabei helfen, Schwachstellen und Defizite zu ermitteln. Falls Ihre Belegschaft sehr homogen ist, wird sie nur eine beschränkte Sichtweise haben und weniger gut in der Lage sein, Schwachstellen zu ermitteln und Gruppendenken auszumerzen.

Behalten Sie die gesamte Lieferkette im Blick

Nehmen die Veranstaltungsorte und Lieferanten, mit denen Sie zusammenarbeiten, Vielfalt und Integration ebenso ernst wie Sie? Richten Sie einen kritischen Blick auf jeden einzelnen Teil des Prozesses.

„Wie stellen wir sicher, dass diese Veranstaltung integrativ und vielfältig ist und der Tagungsort mithilfe von Richtlinien und Praktiken ebenfalls für Integration und Vielfalt sorgt?“ Diese Frage stellt Inge Huijbrechts, Senior Vice President für Verantwortungsvolle Geschäftsführung, Sicherheit und Schutz bei Radisson Hotel Group. „Eines unserer Langzeitziele besteht darin, die Vielfalt unserer Lieferanten zu verbessern. Wir suchen nach Möglichkeiten, um mehr lokale und vielfältigere Lieferanten zu nutzen, und haben durch unseren Verhaltenskodex für Lieferanten unsere eigenen Richtlinien zu Vielfalt und Integration auf die Lieferkette ausgeweitet.

Verbessern Sie die Zugänglichkeit

Erweitern Sie das Spektrum Ihrer Teilnehmer, indem Sie die Teilnahme für bestimmte Gruppen einfach gestalten. „Wenn wir die Dinge wirklich ändern möchten, müssen wir an die nächste Generation denken“, sagt Huijbrechts. „Hierfür bietet es sich an, die lokale Jugend, örtliche Schulen oder andere Jugendgruppen umsonst oder vergünstigt teilnehmen zu lassen.“ Und denken Sie stets an Schutz und Sicherheit: Findet Ihre Veranstaltung an einem Ort statt, an denen sich teilnehmende Frauen, Schwarze, Asiaten und ethnische Minderheiten unwohl fühlen könnten?

Verwenden Sie mehr Zeit für die Auswahl Ihres Gremiums

Wie wir gesehen haben, hat die Branche ein Problem mit Gremien, die ausschließlich aus männlichen Teilnehmern bestehen. Achten Sie daher bei der Zusammenstellung Ihrer Redner-Wunschliste auf Ihre unbewussten Vorurteile. Ziehen Sie für die Auswahl von Hauptrednern ein „Blindverfahren“ in Betracht, bei dem die Rednervorschläge beurteilt werden, ohne personenbezogene Daten zu berücksichtigen. Die International Leadership Association ist nur eine der Organisationen, die dieses System verwendet.

Beurteilen Sie Ihre Arbeit

Die Erreichung von Vielfalt ist mit Arbeit verbunden. Seien Sie daher nicht scheu, wenn es darum geht, Ihre Erfolge zu verkünden. Aber Sie müssen sich auch bewusst sein, wo Sie Fehler machen. In beiden Fällen benötigen Sie effektive Metriken, die Ihnen sagen, was funktioniert und was nicht.

Beurteilen Sie die Auswirkungen Ihrer Maßnahmen zur Förderung der Vielfalt, sodass Sie transparent sein und für zukünftige Veranstaltungen Best Practices etablieren können. „Wenn es um Nachhaltigkeit, soziale Auswirkungen, Vielfalt, Gleichheit und Integration geht“, erklärt David Fiss, „können wir nur dann Fortschritte machen, wenn wir Beurteilungen und Benchmarking vornehmen.“

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