Selbsterhaltend: Veranstaltungen der nächsten Generation


Die jüngsten globalen Umfragen von Radisson Meetings ergaben, dass die große Mehrheit der Veranstaltungsplaner (76 %) der Meinung ist, von Veranstaltungen werde zunehmend erwartet, dass sie Nachhaltigkeit, Vielfalt und Integration berücksichtigen. Die Umfrage zeigte außerdem, dass diejenigen der Veranstaltungsplaner, die eine Kapitalrendite von mehr als 25% melden, in der Regel auch diejenigen sind, die Aspekten wie Nachhaltigkeit, Vielfalt und Integration größere Beachtung schenken.

Diese Tendenz hin zu nachhaltigen Veranstaltungen wird durch den globalen Fortschritt in Bezug auf das Problem als Ganzes gefördert, so Inge Huijbrechts, Senior Vice President für Verantwortungsvolle Geschäftsführung, Sicherheit und Schutz bei Radisson Hotel Group.

„Nach der Pariser Klimaschutzkonferenz (COP21) [UN-Übereinkommen von Paris] begann eine Bewegung im privaten Sektor und man fing an zu überlegen, was der private Sektor tun kann, um zur Erreichung dieses globalen Ziels beizutragen“, erklärt sie. „Bis zum Jahr 2030 muss die CO2-Bilanz der Hotelbranche um 60 % und bis 2050 um 90 % gesenkt werden.“

Den Grundstein legen

Wie können Veranstaltungsplaner diese Branchenziele in der Praxis in ein konzentriertes Vorgehen umsetzen?

Die Entwicklung hin zu nachhaltigeren Veranstaltungen geschieht nicht einfach über Nacht. Sie besteht vielmehr in einer kontinuierlichen, langfristigen Verpflichtung, die vor, während und nach den Veranstaltungen ernsthafte Überlegungen erfordert. Eine Verpflichtung, die jede einzelne Phase der Lieferkette betrifft.

Einer der wichtigsten ersten Schritte, die Unternehmen in Richtung nachhaltigerer Veranstaltungen machen können, besteht darin, interne Ressourcen einzusetzen. Die Ernennung eines Seniorchefs, der für die Gesamtmission verantwortlich ist, stellt sicher, dass Nachhaltigkeitsziele anerkannt und umgesetzt werden.

Die Schaffung eines öffentlichen Bewusstseins für Nachhaltigkeitsaspekte ist ein weiterer wesentlicher Schritt, den Veranstaltungsplaner als wichtigen Grundstein berücksichtigen sollten. David Fiss von Sustainable Brands hebt die Verwendung von Einwegprodukten als Beispiel hervor, wie Veranstaltungsplaner und -orte gemeinsam einen Wandel herbeiführen können.

„Es gab Zeiten, in denen Strohhalme von keinem von uns als etwas Negatives angesehen wurden. Heute ist es schwer, sich diese Zeiten vorzustellen, denn die Meinung hierzu hat sich sehr schnell geändert“, erklärt er. „Strohhalme sind ein hervorragendes Beispiel dafür, wie schnell ein Problem globale Aufmerksamkeit erreichen und ein Bewusstsein geschaffen werden kann, sodass Menschen reagieren. Mittlerweile ist es schwierig, einen Plastikstrohhalm zu bekommen.“

Zusätzlich zur wichtigen vorbereitenden Grundlagenarbeit gibt es zahlreiche weitere Beispiele dafür, wie Planer die ökologischen Auswirkungen von Veranstaltungen reduzieren. Hierzu kann die CO2-Kompensation des Flughafentransfers, aber auch das Angebot von saisonalen Speisen oder die Bereitstellung digitaler Eventkommunikation zählen.

Während großen Unternehmensveranstaltungen werden tausende Umhängebänder aus Plastik nur wenige Tage getragen, bevor sie auf der Mülldeponie landen. Viele Planer versuchen dies durch die Rücknahme der Umhängebänder oder durch Recyclingmodelle zu vermeiden. So ist es den Vertriebsmitarbeitern auf der Dreamforce-Veranstaltung im November 2018 beispielsweise gelungen, mehr als 2.000 Umhängebänder einzusammeln.1

Andere Planer versuchen, durch das Speisenangebot der Veranstaltung einen Beitrag zu leisten. Incisive Media2 ein Firmenkundenverlag und Veranstaltungsunternehmen, hat sich kürzlich im Rahmen seiner Bemühungen zur Erreichung des Industriestandards ISO 20121 dazu verpflichtet, die Menge an rotem Fleisch zu reduzieren und stattdessen Fisch aus nachhaltigen Quellen anzubieten.

Bemühungen, Standards wie den ISO 20121 zu erreichen, stellen eine bedeutsame Verpflichtung dar, mit denen schon viele Planer ihre Nachhaltigkeitsziele erreichen konnten. Im Jahre 2013 gelang es dem Eurovision Song Contest3, für seine Arbeit in Malmö, Schweden, die ISO-Norm zu erreichen. Geschafft wurde dies mittels einer Reihe von Initiativen, darunter die Aufforderung an die 100.000 Besucher, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, sowie durch das Angebot ökologischer und lokal produzierter Speisen und die Verteilung wiederverwendbarer Wasserflaschen an die Teilnehmer.

Veranstaltungen mit großer Öffentlichkeitswirkung machen ebenfalls einen Unterschied im Bereich Nachhaltigkeit. Die Jahreskonferenz des World Economic Forum (WEF) bringt führende Vertreter aus der Weltpolitik und -wirtschaft zusammen – eine Veranstaltung, die eine erhebliche Umweltbelastung verursacht. In Anerkennung dessen und in Übereinstimmung mit seiner Verpflichtung zu Nachhaltigkeit kompensiert4 das WEF seinen Fußabdruck, indem es die entsprechende Menge von Kohlenstoffgutschriften von South Pole erwirbt, einer Organisation, die Projekte zur Emissionsreduzierung unterstützt.

Bei Radisson Hotel Group konzentrieren wir uns in erster Linie darauf, die Emissionsbilanz zu nutzen und mit unseren 100 % CO2-neutralen Tagungen zu überzeugen. Wir sind stolz darauf, die einzige Hotelkette zu sein, die automatisch die CO2-Bilanz jeder einzelnen Tagung und Veranstaltung in unseren Hotels ausgleicht. Jedes Jahr gleichen wir mehr als 38.300 Tonnen CO2 aus. Das ist, als würden wir 8.300 Autos aus dem Verkehr ziehen.

Radisson Meetings arbeitet eng mit First Climate, einer der weltweit größten CO2-Ausgleichsorganisationen, zusammen, wobei die gemeinsamen Projekte dazu dienen, Treibhausgasemissionen zu reduzieren und einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft auszuüben.

Erfolgsgeschichten teilen

Die Verpflichtung zu Nachhaltigkeit sollte nicht mit dem Ende einer Veranstaltung aufhören. Es ist wichtig, dass Planer ihre Geschichten mit Teilnehmern teilen, um die Dynamik für zukünftige Veranstaltungen aufrechtzuerhalten.

Fiss von Sustainable Brands gibt zu, dass einige Marken in der Vergangenheit nicht gern über Nachhaltigkeit gesprochen haben. „Es gibt die Idee der Grünfärberei“, sagt er. „Und es gibt das Gegenteil: Schweigen oder Bescheidenheit, wenn es darum geht, dass Marken über ihre gute Arbeit sprechen sollen. Einer der Gründe, warum wir das Teilen von Erfolgsgeschichten befürworten, liegt in der Schaffung eines Bewusstseins und einer sich allmählich ausbreitenden Wirkung, die zu einem systematischen Wandel führt.“

Das bedeutet, dass dem Thema Nachhaltigkeit in Grundsatzreden, Follow-up-E-Mails und in sämtlichen Inhalten, die auf die Veranstaltung folgen und die mit der weiteren Teilnehmergemeinschaft geteilt werden, Platz eingeräumt wird.

Smart, nachhaltig und lukrativ

Das sind nur einige Beispiele für nachhaltige Praktiken, die Veranstaltungsplaner und -orte inspirieren sollten. Wenn wir die Best Practices mit dem wachsenden Bewusstsein kombinieren, dass ein verantwortungsvolles Unternehmen oftmals das profitablere ist, ist der Grundstein dafür gelegt, dass Nachhaltigkeit zu einem Standard der Veranstaltungsbranche werden kann.

„Wir können nicht länger einfach nur sagen: ‚Lasst uns ein paar Kulis verschenken‘“, sagt Fiss. „Wir müssen kreativer werden. Ich bin der Ansicht, dass Nachhaltigkeit viele Veranstaltungsplaner und -orte dazu inspiriert, Dinge anders anzugehen, die eigenen Vorgehensweisen auf positive Art zu durchbrechen und innovativer zu sein. Und das wird sich auf ihren Nettoprofit auswirken.“

1 https://www.salesforce.com/blog/2017/12/most-sustainable-dreamforce.html
2 https://events.businessgreen.com/digital_assets/23431/Sustainability_Policy_Events.pdf
3 https://www.iso.org/news/2013/09/Ref1789.html
4 https://www.weforum.org/about/sustainability-world-economic-forum

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